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Lohnt sich derzeit die Entwicklung von Android-Anwendungen für iPhone-Entwickler?

Android Market aus der Sicht eines iPhone-Entwicklers [Update]

android_vectorIch habe mich am Wochenende mal als Android-Entwickler registriert und die $25 Anmeldegebühr bezahlt. Ich bin aber alles andere als begeistert. Man muss Google zugute halten, dass die Anmeldung wirklich schnell geht, während man bei Apple warten muss, bis der Account verifiziert wurde. Während beim App Store sich Apple um Steuern kümmert, muss man beim Android Market selbst korrekt die Steuern abführen. Beim App Store ist Apple Kommisionär und verkauft im Auftrag des Entwicklers an den Kunden, während man beim Market über Google Checkout selbst als Verkäufer auftritt.

Außerdem gibt es ein 24h-Rückgaberecht – man kann sich also eine App laden und innerhalb von 24h auf “Deinstallieren und zurückerstatten” drücken – und das ist ein sehr prominent platziertes Feature. Ich habe von einem Entwickler gelesen, dass rund die Hälfte aller Verkäufe wieder zurückerstattet wurden. Für den Kunden mag das toll sein, ich befürchte aber, dass das Feature ausgenutzt wird. Apple erlaubt auch “Refunds” über “Problem melden”, aber bei Google ist die Funktion so platziert, dass man als Kunde schon fast den Eindruck hat, es wäre so, dass es jeder macht: kostenpflichtiges Spiel installieren, 24h spielen, zurückerstatten lassen – ob das große Publisher wie EA Games, die das iPhone inzwischen für sich entdeckt haben, gut finden?

Der Kunde benötigt auch zwingend eine Kreditkarte, um kostenpflichtige Apps zu kaufen – ich kenne aber sehr viele Leute im deutschsprachigen Raum, die nur ein Girokonto haben und gerne per Lastschrift zahlen. Bei iTunes ist das über ClickAndBuy möglich. Weiterhin gibt es keine Screenshots im Market (oder ich bin blind). Auch kann jeder einfach zu einem beliebigen Preis eine Anwendung ohne weitere Prüfung durch Google bereitstellen – irgendwie finde ich das bei Apple schon besser, dass sich da einer mal das Programm anschaut und so die gröbsten Bugs gefunden werden – und nicht jeder Mist in den Store kommt.

Weiterhin können kostenpflichtige Apps bisher nur in folgenden Ländern verkauft werden:

  • Österreich
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Italien
  • Niederlande
  • Spanien
  • United Kingdom
  • USA

Die Schweiz fehlt im deutschsprachigen Markt!

Dazu kommt, dass man Anwendungen nur über Android Phones, nicht aber am Computer durchsuchen kann. Apple hat dafür iTunes, bei Android muss man am Handy suchen – und das wie gesagt ohne Screenshots der Apps, nur Icon und Text.

Gut finde ich, dass man in Google Checkout eine tägliche Auszahlung einstellen kann, während man bei Apple bis zu 45 Tage auf eine Auszahlung warten muss und mindestens 250 $ umgesetzt haben muss. Ob das aber dann die Arbeit des Steuerberaters durch die vielen Belege einfacher macht, wage ich zu bezweifeln.

Für kostenlose Anwendungen mag der Android Market ja noch ok sein, aber für kostenpflichtige muss Google noch einiges tun um aufzuholen. Ich bin momentan schwer am überlegen, ob sich das Entwickeln lohnen würde – ich glaube, bei Apple ist es derzeit sehr viel lukrativer – auch die Kundschaft ist denke ich eher bereit, Geld für Software auszugeben.

Sicher, Apple macht nicht alles richtig  – die langen Wartezeiten, ob es sich nun um neue Verträge oder die Freigabe von Apps handelt, fallen mir hier ein – aber dennoch finde ich den App Store über iTunes viel attraktiver gelöst und trotz allem entwicklerfreundlicher. Das mag wohl auch daran liegen, dass Apple durch den langjährigen Verkauf von Musik viel mehr Erfahrung hat.

Update vom 02. Juni 2009:
Zum Thema Steuern und Android ist für EU-Entwickler meiner Meinung nach folgender Thread im Google Android Market Support-Forum interessant: Legally, is the developer selling the app or is Android Market selling it to end user? Der Benutzer George_c versucht auch unter www.thepoint.com/campaigns/android-developers-international-tax-consultation 500 Leute zusammen zu bekommen, um gemeinsam die Steuerfragen zu klären.

Ich hoffe, Google wird mit Android 2.0 recht schnell auch den Android Market verbessern – vor allem, wenn dieses Jahr so viele neue Geräte mit dem Betriebssystem erscheinen werden.

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